Die Reorganisation der Grüngutsammlung in Wila geht in die nächste Etappe
Seit dem Sommer 2024 bietet die Gemeinde Wila eine haushaltsnahe Grüngutsammlung an. Nun steht die zweite Etappe in der Reorganisation der Grüngutsammlung in Wila auf dem Programm. Und diese bringt für die Wilemer Bevölkerung einige Neuerungen mit sich.
Durchschnittlich 125 m3 oder umgerechnet ca. 19 Tonnen Grüngut haben die Einwohnerinnen und Einwohner von Wila in den letzten zehn Jahren durchschnittlich entsorgt; Tendenz klar steigend, wie die aktuellen Zahlen zeigen. Die Gemeinde setzte dabei auf eine reine Bring-Lösung mit Sammelpunkten im Werkhof Huebwies und beim Biohof Lüssi in Turbenthal. Finanziert wurde die Grüngutentsorgung und -verwertung über die pauschale Grundgebühr.
Eine verursachergerechte Finanzierung
Änderungen in der Gesetzgebung, insbesondere die Anpassung der Verordnung über die Vermeidung und Entsorgung von Abfällen VVEA im Jahr 2018, deklarieren biogene Abfälle klar als Siedlungsabfälle. Das Umweltgesetz USG definiert, dass die Kosten für die Entsorgung von Siedlungsabfällen den Verursachern überbunden wird, analog dem Haushaltskehricht. Mit der Einführung der haushaltsnahen Grüngutsammlung hat der Gemeinderat einen ersten Pflock für eine verursachergerechte Finanzierung der Sammlung und Verwertung von biogenen Abfällen eingeschlagen. Der damit verbundene Ausbau des Dienstleistungsangebots und die Steigerung der Benutzerfreundlichkeit sind dabei angenehme Begleiterscheinungen.
Partizipation und ein bedarfsgerechtes Angebot für die erste, faire Finanzierung in der zweiten Etappe
Dieser ersten Massnahme liegt ein partizipativer Prozess zu Grunde: Bei einer umfassenden Online-Umfrage haben sich rund 230 Teilnehmerinnen und Teilnehmer zum Thema geäussert, wobei sich eine deutliche Mehrheit für eine kombinierte Hol- / Bring-Lösung ausgesprochen hatte. Nach intensiven Monaten der Planung und Evaluation führte die Gemeinde Wila Mitte 2024 eine kostenpflichtige haushaltsnahe Grüngutsammlung ein, gleichzeitig war die Direktanlieferung von biogenen Abfällen im Werkhof Wila und beim Biohof Lüssi in Turbenthal weiterhin kostenlos möglich.
Die Bedürfnisse der Wilemer Bevölkerung sind für den Gemeinderat eine relevante Entscheidungsgrundlage. Deshalb soll auch künftig an der kombinierten Hol- / Bring-Lösung festgehalten werden. Gleichzeitig erachtet der Gemeinderat aber eine Gleichbehandlung aller Einwohnerinnen und Einwohner als zentral, weshalb er die zweite Etappe der Grüngut-Reorganisation beschlossen hat.
Wesentliche Änderungen per 1. März 2025
An der wöchentlichen haushaltsnahen Grüngutsammlung von März bis November wird festgehalten, wobei die Erfahrungen aus dem vergangenen Jahr 2024 die Entscheidung wesentlich mitgeprägt haben. Die Direktanlieferung beim Werkhof Wila bleibt weiterhin möglich, wird aber ab dem 1. März 2025 kostenpflichtig. Bezahlt werden die Gebühren – analog der Grüngutsammlung – über Gebührenmarken und -Bändel, die bei der Gemeindeverwaltung und im Volg Wila bezogen werden können. Eine Jahresvignette – erhältlich ausschliesslich bei der Gemeindeverwaltung – berechtigt zur ganzjährigen Entsorgung von Grüngut im Werkhof Huebwies, speziell während der Wintermonate, in denen keine Grüngutsammlung angeboten wird. Im Sinne eines effizienten Prozesses wird die heutige Grüngutmulde durch grosse Grüngutcontainer ersetzt. Dadurch können ab März 2025 auch gekochte Lebensmittel und Essens- bzw. Speisereste im Werkhof Huebwies entsorgt werden.
Die Direktanlieferung von biogenen Abfällen (ohne gekochte Lebensmittel und Essens- bzw. Speisereste) beim Biohof Lüssi in Turbenthal ist ebenfalls weiterhin möglich. Auch diese wird aber verursachergerecht kostenpflichtig. Die Bezahlung erfolgt zu den vom Biohof Lüssi festgelegten Ansätzen gemäss Anschlag vor Ort über das Kässeli oder per Twint.
Container-Aktion 2025
Um die Bevölkerung bei der Entscheidung zu unterstützen hat der Gemeinderat zudem beschlossen, auch 2025 wieder eine Container-Aktion mit dem bewährten Partner Contreag Container-Reinigungs AG durchzuführen. Jeder Haushalt kann einen Grüngut-Container zum Spezialpreis beziehen, die Gemeinde Wila subventioniert die Anschaffung mit einem namhaften Betrag. So kann ein 140-Liter-Container bereits für 33.50 Franken und ein 770-Liter-Container für 200 Franken bezogen werden. Auch 240- und 360-Liter-Container stehen zur Auswahl, für 35.15 resp. 70.30 Franken. Die Konditionen gelten im ersten Halbjahr 2025, weitere Informationen dazu können einem umfassenden Flyer entnommen werden, welcher in alle Haushalte der Gemeinde Wila verschickt wird.
Richtige und falsche Entsorgung von Grüngut
Die Wilemerinnen und Wilemer haben also weiterhin die freie Wahl, wenn es um die Entsorgung und Verwertung der Grünabfälle geht: Eine haushaltsnahe Sammlung, Direktablieferung beim Werkhof Huebwies und beim Biohof Lüssi – und natürlich können die biogenen Abfälle auch selber kompostiert werden.
Pro Jahr landen rund 52 kg Bioabfall (Lebensmittel, Essensreste, Rüstabfälle etc.) im Haushaltskehricht. Damit wird wertvolles organisches Material durch Verbrennung zerstört. Gesammeltes und verwertetes Grüngut hingegen unterstützt die Landwirtschaft, neue Lebensmittel werden angebaut und konsumiert. Allfällige Küchenabfälle und Speisereste beginnen den Kreislauf von vorne.
Gemeinderat Wila